{"id":165,"date":"2011-11-09T00:00:31","date_gmt":"2011-11-08T23:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dietricheberle1974mv.de\/?p=165"},"modified":"2012-08-26T11:51:07","modified_gmt":"2012-08-26T09:51:07","slug":"hanse-100","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dietricheberle1974mv.de\/?p=165","title":{"rendered":"Hanse 100"},"content":{"rendered":"<h2>100 Meilen von Hamburg nach Bremen auf dem Radfernweg<\/h2>\n<p>(21.10.2011 \/ 22.10.2011)<\/p>\n<p>Schon kurz nach meiner Online-Anmeldung bei Carsten Mattejiet in Lilienthal, dem Veranstalter dieses nicht allt\u00e4glichen Ultra-Ereignisses, kamen mir Zweifel, ob das eine gute Entscheidung war. War meine Form \u00fcberhaupt gut genug? Das Wetter k\u00f6nnte um diese Jahreszeit s\u00e4uisch sein! Die meiste Zeit wird es dunkel sein! Und kann man die Markierungen des Radfernweges Hamburg-Bremen, wenn vorhanden, \u00fcberhaupt erkennen?<\/p>\n<p>Ich habe die Entscheidung so lange verdr\u00e4ngt, bis ich eine Woche vor dem Start eine mail der Hamburger Morgenpost bekam mit der Anfrage, eine Geschichte \u00fcber meine Teilnahme als \u201eHamburger\u201c am Hanse 100 machen zu wollen. Carsten mailte mir lakonisch, er h\u00e4tte der Mopo meine mail-Adresse gegeben. Jetzt war es passiert. Ich konnte nicht mehr zur\u00fcck und mu\u00dfte teilnehmen, Redakteur und Fotograf besuchten Gunla und mich zu hause in Hittfeld, und aufgrund des gro\u00dfen Artikels am Tag des Starts mu\u00dfte ich auch finishen!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war ich im Grunde gut vorbereitet, hatte als lang-, mittel- und kurzfristige Grundlagen aus diesem Jahr den 100Meiler im M\u00e4rz auf Wangerooge, eine 5er Osterserie bei Carsten in Lilienthal, zwei 24h-L\u00e4ufe in Delmenhorst und Dettenhausen im Juni und Juli, zweimal 100km Th\u00fcringen Ultra und Leipzig im Juli und August, den Baltic-run im Juli, und schlie\u00dflich Ingo Schulzes Horb-Berlin vom 4.-16.September. Danach zum Auslaufen einige Doppeldecker. Das sollte doch reichen! Diesesmal wollte ich nicht den Fehler vom M\u00e4rz wiederholen, wo ich nach einem B\u00fcroarbeitstag in Hamburg die Bahn- und Schiffsreise nach Wangerooge antrat, am selben abend um 22 Uhr startete und schon nach einigen Stunden \u201eGespenster\u201c sah.<\/p>\n<p>Deshalb diesmal: Donnerstag fr\u00fch nach hause, fr\u00fch ins Bett. Freitag frei, nachmittags ein paar Stunden schlafen. Am 21. abends gegen 21 Uhr war der vereinbarte Treffpunkt im Hamburger Hauptbahnhof, im Fu\u00dfg\u00e4ngertunnel zur Einkaufsmeile M\u00f6nckebergstra\u00dfe. Es gab letzte Instruktionen, Warnweste und Streckenplan. Weitere Pflichtausr\u00fcstung: Mobiltelefon und ein paar Euro. Die Taschen f\u00fcr das Ziel in Lilienthal und den Haupt-Verpflegungspunkt in Zeven wurden abgegeben, und das Abenteuer wurde um 22 Uhr gestartet.<\/p>\n<p>Bis Harburg zum ersten Kontroll- und Verpflegungspunkt sind die Markierungen des Radweges Hamburg-Bremen sehr l\u00fcckenhaft, und Carsten versuchte redlich, das Teilnehmerfeld von 29 Startern bis dorthin zusammenzuhalten, zun\u00e4chst \u00fcber die Norderelbbr\u00fccken, durch Wilhelmsburg, \u00fcber die S\u00fcderelbe auf der historischen alten Elbbr\u00fccke und dann durch Harburg bis zum Schwarzenberg, 1. Checkpoint. Jetzt gab es kein halten mehr und das Feld zog sich schnell auseinander. Es war nicht so leicht, die Strecke zu finden, an wichtigen Kreuzungen gab es oft keine eindeutige Markierung des Radfernweges. Einige hatten die Route auf GPS, das half auch den Laufkollegen.<\/p>\n<p>Die Nacht war klar, kalt und &#8230;.dunkel, fast Neumond, im Lichtkegel der Stirnlampen durch die Harburger Berge, dann Landstra\u00dfen bis Verpflegung 2 in Sottorf, wir waren zu diesem Zeitpunkt so ziemlich die letzten. In kleiner Gruppe weiter, Waldwege, abgelegene Stra\u00dfen, Kontrolle 3 in Hollenstedt. Dann ein Ratespiel, die Markierung zeigt nach links, Olaf H\u00e4sler bzw. sein GPS zeigt geradeaus auf die Alternativroute, an der auch Checkpoint 4 Hollinde liegt. Eigentlich sollte es hier hei\u00dfe Br\u00fche geben, hmmm, lecker&#8230;&#8230;aber&#8230;. hat von euch schon jemand mal nachts bei 0\u00b0 kalte, mit lauwarmem Wasser auf ca. 4\u00b0 C verd\u00fcnnte Br\u00fche getrunken? Uuaaah!<\/p>\n<p>Unverzagt tragen meine neuen Treter mich nach Heidenau, der Morgen d\u00e4mmert uns, vor der Station 5 an der Wasserm\u00fchle in Sittensen st\u00fcrzt ein Radbegleiter auf der Holzbr\u00fccke \u00fcber die Oste, Glatteis!! Dann Klein Meckelsen (hier habe ich in den 70er Jahren am Volkslauf teilgenommen), die Sonne ist aufgegangen. Inzwischen laufe ich wieder zusammen mit Olaf, es geht durch Heeslingen und dann nach 91 km um ca. 11 Uhr (ich wei\u00df es nicht mehr so genau&#8230;) die \u201eGro\u00dfe Verpflegungsstation\u201c 6 in einem Gasthof in Zeven, hier gab es auch Nudeln.<\/p>\n<p>Ich ziehe auch noch frische Sachen an und bin jetzt, mal wieder alleine laufend, bei Sonnenschein und guter Laune, auf dem Weg nach Wistedt. Doch Vorsicht! 25 km weiter \u00f6stlich gibt es noch ein &#8230;&#8230;.Wistedt! Sp\u00e4ter h\u00f6rte ich auf der Strecke, da\u00df zwei oder drei Mitl\u00e4ufer wohl dort gestrandet sind&#8230;. Ich aber erreiche Nartum, die Top-Verpflegungsadresse Nr. 7 an einem \u201eMelkhus\u201c! F\u00fcr S\u00fcdlichter: \u201eMilchhaus\u201c, gibt\u00b4s im Norden \u00f6fter, meist kleines Fachwerkh\u00e4uschen, Bauern bieten f\u00fcr Radfahrer, manchmal sogar f\u00fcr 100-Meilen-L\u00e4ufer, Kaffee, Kuchen und Milchprodukte an. Heute gibt\u2019s das hier ganz umsonst. Ich w\u00e4hle einen Obst-Sahnekuchen zum Pott Kaffee.<\/p>\n<p>Zu allem \u00dcberflu\u00df hat Helmut Rosieka hier mit seinem Wohnmobil, in bew\u00e4hrter Horb-Berlin-Manier, eine vorbildliche Station eingerichtet. Es geht unbeirrt weiter, in den letzten Stunden \u00fcberholte ich etliche (Leidens?)-Genossen, ich wei\u00df nicht wieviele, manchmal unbewu\u00dft an der Verpflegung. Ein Radfahrer kommt entgegen, ich halte ihn zuerst f\u00fcr Olaf, es ist aber sein Bruder, der jetzt als rollender Streckenposten die L\u00e4ufer begleitet.<\/p>\n<p>An der 8. Kontrolle hat Olafs Frau eine Verpflegung aufgebaut, mit H\u00fchnersuppe, das ist gut! Jetzt ist auch Olaf pers\u00f6nlich wieder da und unser 2er Team k\u00e4mpft sich weiter vor zum Check 9 in Ottersberg. Inzwischen, v\u00f6llig \u00fcberraschend, kommt das Abendrot und es wird &#8230;..schon wieder dunkel! Jetzt wird\u2019s hart, wir gehen manchmal, verlaufen uns kurz, die 18 km zur Kontrolle Nr. 10 bei km 149 auf dem Deich kurz vor Borgfeld erscheinen endlos, Wind kommt auf, weiter vor und hinter uns sehen wir Lichtpunkte im Dunkel tanzen.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir pl\u00f6tzlich eine schlagkr\u00e4ftige 4er-Gruppe mit Fahrradbegleiter, die beschlie\u00dft, sich gegenseitig aufzubauen und das Ziel gemeinsam zu erreichen. Vom Lehester Deich laufen und marschieren wir eine Schleife \u00fcber Bremer Territorium und dann das letzte St\u00fcck auf Carsten Mattejiets wohlbekannter Kreuzdeich-Marathonstrecke entlang der W\u00fcmme nach Lilienthal, wo wir, das sind Olaf H\u00e4sler, Norbert Ebbert, Bernd Rohrmann und ich, nach 25 Stunden und 29 Minuten gl\u00fccklich die Ziellinie \u00fcberqueren und gemeinsam den 9. Platz belegen.<\/p>\n<p>Es ist 23:30 Uhr am Sonnabend, und in dem gro\u00dfen Zelt ist es sch\u00f6n warm und es gibt was zu Essen und zu trinken. Ich k\u00f6pfe zwei mitgebrachte Becks-Biere und labe mich an Alexandras Curry-Gulasch mit Reis. Ihr Mann Michael bringt mich dann mit einer erneuten Fuhre von Finishern zur \u00dcbernachtung in die Jugendherberge Worpswede. Inzwischen ist es so gegen 1 Uhr am Sonntag morgen. Mit der letzten L\u00e4uferin um 6 Uhr werden dann schlie\u00dflich 20 Ultras gefinished haben.<\/p>\n<p>Im Namen aller Teilnehmer gilt mein Dank den Veranstaltern und allen Helfern am Start, auf der Strecke und im Ziel. Man mu\u00df sich bewu\u00dft sein, da\u00df z. B. allein der letzte Verpflegungsposten gesch\u00e4tzte 14 Stunden aufrecht erhalten werden mu\u00dfte! Ohne Helfer geht nichts! Ich warte auf jeden Fall nicht als einziger gespannt auf eine Fortsetzung des Hanse 100!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Dietrich Eberle)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>100 Meilen von Hamburg nach Bremen auf dem Radfernweg (21.10.2011 \/ 22.10.2011) Schon kurz nach meiner Online-Anmeldung bei Carsten Mattejiet in Lilienthal, dem Veranstalter dieses nicht allt\u00e4glichen Ultra-Ereignisses, kamen mir Zweifel, ob das eine gute Entscheidung war. 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