Kilimanjaro – Überschreitung und Mount Meru, Tansania

Schon lange war das Dach Afrikas, der Kilimanjaro, bei mir als Gipfelziel im Kopf, und jetzt wurde es Zeit, denn wie lange würde ich so eine Hochtour noch bewältigen können? Mit einer Gruppe des DAV Summit Club ging es zunächst auf Safari und dann auf die Gipfel. Aber der Reihe nach. Am 25.11.2011 startete ich mit der KLM über Amsterdam nach Arusha in Tansania. Abends erreichten wir die Ngurdoto Lodge, unser Stammquartier dieser Reise, weit außerhalb der Stadt, die einzelnen Apartments liegen in einem großen Park, es ist wunderbar warmes und schönes Wetter, eben wie mitten in Afrika. Unsere Bergsteigergruppe lernt sich nun untereinander und die afrikanischen Führer kennen, die in den nächsten zwei Wochen für uns da sein werden. Es ist eine sehr gute und positive Truppe, die wie immer der Zufall zusammengeführt hat. Die Lodge ist für afrikanische Verhältnisse luxuriös, die Zimmer sind groß, mit Moskitonetzen über dem Bett. Am zweiten Tag ist schon eine Fotosafari im Tarangire-Nationalpark geplant.

Die weite, grüne Savanne, unterbrochen von Baoab- Bäumen und Schirmakazien, wird mit Jeeps durchquert und bald  tauchen Elefanten, Giraffen, Gazellen, Hyänen, Warzenschweine, verschiedene Affenarten und in gebührendem Abstand auch eine Löwin mit ihren Jungen auf. Die folgende Nacht wird mit den beeindruckenden und geheimnisvollen Geräuschen der Wildnis verbracht, in der Tarangire Safari Lodge, mit einem erhöhten Blick auf eine unendlich weite Ebene. Am nächsten Morgen wird die Safari fortgesetzt, mit vielen interessanten Tierbegegnungen, unter anderem eine Horde Geier, die sich lautstark auf eine tote Giraffe stürzt.

Im Laufe des Tages fahren wir mit unseren Jeeps weiter durch weite Steppen- und Savannenlandschaft, unterbrochen von Dörfern und von Viehherden, die von kleinen Jungen mit großen Stöckern bewacht werden, unser Ziel ist der berühmte Ngorongoro-Krater mit einer Fläche von 260 qkm.

 

Hier hat der berühmte Bernhard Grszimek sich viele Jahre für den Schutz der wilden Tiere Afrikas eingesetzt. Wir übernachten in der Wildlife Lodge am steilen Kraterrand mit einem unvergleichlichen Blick auf die weite abendliche Steppe. Am nächsten morgen geht es hinunter in den ca. 2000 m hoch gelegenen Krater mit Herden von Zebras, Gnus, Büffeln, an einem See tausende von Flamingos, Gruppen von Flußpferden, Strauße, Hyänen und Leoparden.

 Auf unserem Rückweg zur Ngurdoto Lodge ist die Straße durch einen Bergrutsch unpassierbar geworden, verursacht durch starken Regen in der vorherigen Nacht. Wir hatten dadurch einen gut zweistündigen Zwangsaufenthalt, bis die Straße mit schweren Schaufelradbaggern von den bis zu 1m messenden Felsbrocken befreit war.

 

Abends in der Lodge werden die Rucksäcke für den Mount Meru gepackt. Am Morgen des 29.11. beginnt das Trekking am Mormelia Gate, 1500 m hoch.

Mit unseren tansanischen Bergführern und einem bewaffneten Ranger erreichen wir durch tropischen Bergregenwald die Miriakamba-Hütte auf 2514 m. Hier sehen wir in der Ferne auch den Kilimanjaro hoch aus den Wolken ragen.

 

 

Am nächsten Tag geht es früh weiter, unser Ziel ist die Sattelhütte auf 3566 m. Am Nachmittag wird noch der kleine Mount Meru, 3801 m, bestiegen, wieder herrlicher Blick auf den Kilimanjaro, gleichzeitig ist das ein
Akklimatisationstraining. Die folgende Nacht ist kurz, denn schon gegen 1 Uhr beginnt die Gruppe im Schein der Stirnlampen den Aufstieg zum Mount Meru. Durch knöcheltiefen Lavasand und Kletterei durch Blockwerk erreichen wir  bei Sonnenaufgang den 4568 m hohen Gipfel, wieder Auge in Auge mit dem Kilimanjaro.

 

 

Zurück auf der Sattelhütte, wird hier zur weiteren Akklimatisation noch einmal übernachtet. Es folgt ein langer Abstieg mit wunderbaren Ausblicken, und in der Ngurdoto Lodge wird bei einem kühlen Bier am Swimming Pool ausgeruht und nach dem Abendessen die Kilimanjaro-Tour besprochen. Am 9. Tag, 03.12.11 brechen wir mit den Jeeps zum Dach Afrikas auf, zum Startpunkt des Trekkings, Rongai auf 2000 m, nahe der Grenze zu Kenia.

Der Gepäcktransport wird wieder von Trägern übernommen, die Teilnehmer tragen ihren Tagesrucksack. Die Rongai-Route führt durch offenen Nadelbaumwald und Ackerland von Kleinbauern bis zum ersten Lagerplatz, wo auf 2820 m das Zeltlager aufgeschlagen wird. Unser Abendessen wird im Gemeinschaftszelt serviert, hier lassen wir auch die vergangenen Tage Revue passieren und reden über das, was wir noch vorhaben, die Überschreitung des Kilimanjaro von Nord nach Süd , in  5 Tagen mit 4000 m Auf- und Abstieg. Am 10. Tag folgt die Trekkingkarawane der Nordflanke des Kili, bald schon durch verstreute Lavagesteinsblöcke und erreicht das Camp auf 3800 m, und wieder gibt es ein Zeltlager im Angesicht des Kilimanjaro.

Jetzt ist die Grenze des Bewuchses erreicht auf dem Weg zur 4705 m hoch gelegenen Kibohütte, die immer überfüllt ist, so daß es auch heute bequemer ist, im Zelt zu übernachten.

 

 

Und wieder  um 1:00 Uhr nachts beginnen wir den Angriff auf den Gipfel. Die Temperaturen werden heute Nacht nicht weit unter ca. -5 Grad fallen, können  aber auch mal bis zu -20 Grad erreichen. Die Stirnlampen weisen den Weg den steilen Serpentinenpfad hinauf, „Pole Pole“, langsam, langsam, wie unsere Führer sagen, denn die Luft ist verdammt dünn hier im Bereich zwischen 5000 und 6000 m über dem Meer! Ich wußte, worauf ich mich einließ, denn damals 2001 war ich in Chile auch in solcher Höhe, auf dem Barranca Blanca, 6119 m.

 Ein Zwischenziel ist Gillmans Point auf 5681 m, jetzt ist der Anstieg nicht mehr so stark, vorbei an Stella Point, die Sonne geht auf und taucht alles in zunächst dunkelrotes und immer heller werdendes gleißendes Licht ……

 

und dann geht es ein ganzes Stück eben dahin, bis auf 5895 m Höhe der Uhuru Peak, der Gipfel des Kilimanjaro erreicht ist, mit einem wunderbaren Rundum-Blick über den Wolken Afrikas!

 

 

Nach der ausgiebigen Rast auf dem höchsten Punkt des afrikanischen Kontinents dann der lange Abstieg auf der klassischen Marangu-Route, bis zum Camp an der Horombo-Hütte, 3720 m.

Noch einmal ist das mächtige Massiv des Kili in unserem Blickfeld, als wir zum Abendessen ins Gemeinschaftszelt gehen. Am nächsten Morgen wird der letzte Trekkingtag sein hier in Tansania, auf unserem Weg hinab werden Gräser, Büsche und Bäume immer zahlreicher und größer, feuchte Luft, Blüten, Vogelgezwitscher,

 

aber dann zeigt uns der tropische Bergregenwald den Sinn seines Namens: Es beginnt über eine Stunde lang wie aus Eimern zu schütten, und mit durchweichten Bergstiefeln erreicht der Troß  Marangu, etwa 1800 m hoch. Zurück in der Ngurdoto Lodge wird der Erfolg gefeiert und ausgeruht. Aber die erlebnisreiche Reise ist noch nicht zu Ende, wir fahren am nächsten Tag mit unseren Geländewagen durch die Trockensavanne ins Maasai-Land und kommen nach ca. zwei Stunden ins Maasai-Dorf Olpopongi, das im Gebiet zwischen Mount Meru und Kilimanjaro liegt. Das Dorf besteht aus Lehmhütten innerhalb einer Umzäunung aus Buschwerk.

Hier und auf einer Wanderung durch die Savanne hören wir vieles vom Leben der Maasai, wie Pflanzen und Kräuter alltäglich und auch als Heilmittel genutzt werden. Abends gibt es am Lagerfeuer gegrillte Ziege unter dem Sternenhimmel Afrikas. Diesesmal schlafe ich mit meinem Schlafsack nicht im Zelt, sondern in einer Boma (Maasai-Lehmhütte). Morgens ein Savannen-Frühstück und nochmal eine Jeep-Safari im Maasai-Land am Mount Meru und Kilimanjaro, 

Mittagspause auf einem hölzernen Aussichtsturm, und schließlich zurück in die Ngurdoto Lodge. Es gibt noch eine Abschlußfeier mit den einheimischen Führern, wir bekommen offizielle Urkunden für die Gipfelbesteigungen Mount Meru und Kilimanjaro. Jetzt habe ich noch bis zum Abend Zeit zum Packen, denn dann wird mit der Fahrt zum Flughafen von Arusha endgültig die Rückreise beginnen. Am nächsten Tag landet die KLM-Maschine in Amsterdam und dann folgt der Weiterflug nach Hamburg.
Mein nächstes Ziel wartet schon, bald fliege ich nach Marokko, Zelttrekking über den Hohen Atlas.

19.09.12

Dietrich Eberle

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Mozart 100 in Salzburg am 23.06.2012

Wie so oft, beginnt auch dieser Ultra mit einer langen Bahnfahrt, am Freitag um 7:12 Uhr von Hamburg-Harburg, und dank eines 1.Klasse-upgrades sehr bequem. Um 14:56 Uhr erreiche ich Salzburg Hbf, und weiter mit dem Bus ins Hotel Jufa unweit des Starts am Mozartplatz. Hier bekomme ich die Startunterlagen und eine Info-Veranstaltung zum Rennen, wobei jede Abbiegung haarklein erklärt wird, dauert deshalb über 1 h und man kann es sich sowieso alles nicht merken. Abends vermeide ich die volle Altstadt und finde ein ruhiges Restaurant am Ufer der sehr viel Wasser führenden Salzach, dem längsten Nebenfluß des Inn. Der Fluß wird uns auch morgen ein gutes Stück begleiten, wenn wir 68 Ultras um 5 Uhr, noch bei Dunkelheit, die Startlinie überqueren. 

Später erfahre ich, daß auch Hartmann Stampfer diesen 100er bewältigt hat, aber am Start war es noch dunkel, und die Starterliste habe ich wohl nicht gelesen. Es hat sich abends und in der Nacht rechtzeitig abgeregnet, von oben kommt kein Wasser mehr, aber der Untergrund läßt uns nicht über das Wetter der vergangenen Tage im unklaren.

Nach einigen km verläßt die Strecke die Radfahr-Piste, quert die Salzach, und auf ansteigenden, nassen Schotterwegen, matschigen Pfaden

 und sumpfigen Wiesen führt sie uns auf der ersten von zwei nicht ganz gleichen Runden in einem stetigen auf und ab über die Orte Koppl und Hof zurück nach Salzburg, die ersten 46 km mit 1120 Höhenmetern sind geschafft.

 

Das Wetter ist zunächst bedeckt und der Frühdunst hängt noch über den Höhen. Dann im Laufe der 2. Runde lockert es sich auf und die Sonne läßt alles in einem noch schöneren Licht erscheinen.

Im 2. Umlauf sind es nun 54 km, inclusive der zusätzlichen Schleife um den schönen Fuschlsee, mit Verpflegung am Ostende, und man ahnt es schon, der Ort heißt ….Fuschl am See!

Am Nordufer ist ein stark welliger Baumwurzelweg zu überwinden, nicht so einfach, wenn die Beine dem Befehl: „heben“ nicht mehr ausreichend gehorchen. Inzwischen bin ich recht einsam unterwegs, kein Wunder, denn ganze 65 Einzelläufer werden die Ziellinie sehen.

Rein statistisch gesehen war der mittlere Abstand zwischen den Läufern bei Zieleinlauf des Siegers ca. 800 m. Es gibt aber nicht nur Nachteile auf der 2. Runde. Jeder Ultra weiß, was ich meine: Man kennt jetzt schon das 400m-Stück mit 100 Höhenmetern, die 20 m mit knöcheltiefem Matsch, die gefährliche Bergabpassage, und …. wie endlos weit es noch ist…

Auf den letzten km wieder das beeindruckende Panorama von Salzburg, dann eine langes Stück hinab und durch die Stadt, von Touristen bevölkerte Fußgängerzonen und wieder über eine schmale Brücke nach 14:49:05 h zum Ziel auf dem Mozartplatz.

Ich erreiche den 56. Platz, bin aber hauptsächlich froh, die 2300 Höhenmeter heil überstanden zu haben. Ab jetzt geht es etwas gemütlicher zu, am Ziel gibt es das obligatorische T-Shirt, ungefähr das 200. in meiner Sammlung, die häßlichen nicht mitgezählt, die ich als Putzlappen umfunktioniert habe. Und, da ich 2. von 2 Teilnehmern in M60 war, wird mir auch eine Silber-Medaille verliehen, Gold nur knapp verpaßt, wo, verdammt, hätte ich die fehlenden 6:40 Minuten noch rausholen können? In London werde ich aber jedenfalls nicht teilnehmen. Am Sonntag um 9:02 Uhr nimmt mich der „Rail Jet“ der Ösis in der „Business Class“ (ja, so heißt hier bei der ÖBB die 1. Klasse) mit nach München, und ICE 588 transportiert mich unterbrechungslos nach Hamburg-Harburg, der Metronom pendelt mich nach Hittfeld, und letzte Station ist dann gegen 17 Uhr die Uhlandstraße 41.

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Koberstädter Waldmarathon am 26.08.12 in Egelsbach

Schon lange hatte ich diesen in meiner Statistik noch fehlenden Lauf im Visier, obwohl er schon zum 34. Mal stattfand. So habe ich mich dann wieder sehr kurzfristig entschieden, meine Liste der verschiedenen Strecken um 1 Zähler auf 379 zu erweitern, und am Sonnabend, 25.08. fuhr ich mit der Bahn über Frankfurt und weiter mit der S3 nach Egelsbach, dort Nachmeldung und dann eine Station weiter zur Unterkunft in Erzhausen. Das Wetter war heute noch sehr warm, aber der Marathontag sollte etwas kühler werden, später gegen 13 Uhr waren einzelne Schauer angekündigt, also rechtzeitig im Ziel sein!
Am Sonntag war frühes Aufstehen angesagt, der Start war um 8 Uhr vor dem Sportstadion von Egelsbach und ich wollte vorher noch gemütlich mein Hotel-Lunchpaket und einen Kaffee genießen. Natürlich traf ich mal wieder Klaus Neumann, vor dem man wohl nie sicher ist, und dazu auch noch Klaus-Peter Ulmschneider, also die geballte Ladung an Südlichtern. Das Wetter war zunächst noch sonnig, als es nach dem Startschuß mit über 160 Marathonis auf die schöne und fast flache Waldstrecke ging, die 2mal zu durchlaufen war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnell verteilten sich alle gleichmäßig auf der Strecke, so daß ich in Ruhe über meine Hahnzeiten nachdenken konnte.

        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Später zog Bewölkung auf, aber ohne Regen. Der Zieleinlauf war dann auf der Tartanbahn des Sportplatzes, wo ich eine 4:35 hinlegte, die nicht aktuell, aber wohl für Hahn/Weber Nr. 10 genutzt werden kann. Nach der Dusche, kühlen Getränken und Bratwurst konnte ich wieder die S-Bahn-Station Egelsbach ansteuern. Es gab übrigens auch ein farbenfrohes rotes T-Shirt für alle 161 Finisher.

 

Die Rückfahrt ging einigermaßen glatt, so daß ich nach einem Rest-Fußweg von Fleestedt nach Hittfeld am frühen Abend die Uhlandstraße erreichte.

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Hanse 100

100 Meilen von Hamburg nach Bremen auf dem Radfernweg

(21.10.2011 / 22.10.2011)

Schon kurz nach meiner Online-Anmeldung bei Carsten Mattejiet in Lilienthal, dem Veranstalter dieses nicht alltäglichen Ultra-Ereignisses, kamen mir Zweifel, ob das eine gute Entscheidung war. War meine Form überhaupt gut genug? Das Wetter könnte um diese Jahreszeit säuisch sein! Die meiste Zeit wird es dunkel sein! Und kann man die Markierungen des Radfernweges Hamburg-Bremen, wenn vorhanden, überhaupt erkennen?

Ich habe die Entscheidung so lange verdrängt, bis ich eine Woche vor dem Start eine mail der Hamburger Morgenpost bekam mit der Anfrage, eine Geschichte über meine Teilnahme als „Hamburger“ am Hanse 100 machen zu wollen. Carsten mailte mir lakonisch, er hätte der Mopo meine mail-Adresse gegeben. Jetzt war es passiert. Ich konnte nicht mehr zurück und mußte teilnehmen, Redakteur und Fotograf besuchten Gunla und mich zu hause in Hittfeld, und aufgrund des großen Artikels am Tag des Starts mußte ich auch finishen!

Natürlich war ich im Grunde gut vorbereitet, hatte als lang-, mittel- und kurzfristige Grundlagen aus diesem Jahr den 100Meiler im März auf Wangerooge, eine 5er Osterserie bei Carsten in Lilienthal, zwei 24h-Läufe in Delmenhorst und Dettenhausen im Juni und Juli, zweimal 100km Thüringen Ultra und Leipzig im Juli und August, den Baltic-run im Juli, und schließlich Ingo Schulzes Horb-Berlin vom 4.-16.September. Danach zum Auslaufen einige Doppeldecker. Das sollte doch reichen! Diesesmal wollte ich nicht den Fehler vom März wiederholen, wo ich nach einem Büroarbeitstag in Hamburg die Bahn- und Schiffsreise nach Wangerooge antrat, am selben abend um 22 Uhr startete und schon nach einigen Stunden „Gespenster“ sah.

Deshalb diesmal: Donnerstag früh nach hause, früh ins Bett. Freitag frei, nachmittags ein paar Stunden schlafen. Am 21. abends gegen 21 Uhr war der vereinbarte Treffpunkt im Hamburger Hauptbahnhof, im Fußgängertunnel zur Einkaufsmeile Mönckebergstraße. Es gab letzte Instruktionen, Warnweste und Streckenplan. Weitere Pflichtausrüstung: Mobiltelefon und ein paar Euro. Die Taschen für das Ziel in Lilienthal und den Haupt-Verpflegungspunkt in Zeven wurden abgegeben, und das Abenteuer wurde um 22 Uhr gestartet.

Bis Harburg zum ersten Kontroll- und Verpflegungspunkt sind die Markierungen des Radweges Hamburg-Bremen sehr lückenhaft, und Carsten versuchte redlich, das Teilnehmerfeld von 29 Startern bis dorthin zusammenzuhalten, zunächst über die Norderelbbrücken, durch Wilhelmsburg, über die Süderelbe auf der historischen alten Elbbrücke und dann durch Harburg bis zum Schwarzenberg, 1. Checkpoint. Jetzt gab es kein halten mehr und das Feld zog sich schnell auseinander. Es war nicht so leicht, die Strecke zu finden, an wichtigen Kreuzungen gab es oft keine eindeutige Markierung des Radfernweges. Einige hatten die Route auf GPS, das half auch den Laufkollegen.

Die Nacht war klar, kalt und ….dunkel, fast Neumond, im Lichtkegel der Stirnlampen durch die Harburger Berge, dann Landstraßen bis Verpflegung 2 in Sottorf, wir waren zu diesem Zeitpunkt so ziemlich die letzten. In kleiner Gruppe weiter, Waldwege, abgelegene Straßen, Kontrolle 3 in Hollenstedt. Dann ein Ratespiel, die Markierung zeigt nach links, Olaf Häsler bzw. sein GPS zeigt geradeaus auf die Alternativroute, an der auch Checkpoint 4 Hollinde liegt. Eigentlich sollte es hier heiße Brühe geben, hmmm, lecker……aber…. hat von euch schon jemand mal nachts bei 0° kalte, mit lauwarmem Wasser auf ca. 4° C verdünnte Brühe getrunken? Uuaaah!

Unverzagt tragen meine neuen Treter mich nach Heidenau, der Morgen dämmert uns, vor der Station 5 an der Wassermühle in Sittensen stürzt ein Radbegleiter auf der Holzbrücke über die Oste, Glatteis!! Dann Klein Meckelsen (hier habe ich in den 70er Jahren am Volkslauf teilgenommen), die Sonne ist aufgegangen. Inzwischen laufe ich wieder zusammen mit Olaf, es geht durch Heeslingen und dann nach 91 km um ca. 11 Uhr (ich weiß es nicht mehr so genau…) die „Große Verpflegungsstation“ 6 in einem Gasthof in Zeven, hier gab es auch Nudeln.

Ich ziehe auch noch frische Sachen an und bin jetzt, mal wieder alleine laufend, bei Sonnenschein und guter Laune, auf dem Weg nach Wistedt. Doch Vorsicht! 25 km weiter östlich gibt es noch ein …….Wistedt! Später hörte ich auf der Strecke, daß zwei oder drei Mitläufer wohl dort gestrandet sind…. Ich aber erreiche Nartum, die Top-Verpflegungsadresse Nr. 7 an einem „Melkhus“! Für Südlichter: „Milchhaus“, gibt´s im Norden öfter, meist kleines Fachwerkhäuschen, Bauern bieten für Radfahrer, manchmal sogar für 100-Meilen-Läufer, Kaffee, Kuchen und Milchprodukte an. Heute gibt’s das hier ganz umsonst. Ich wähle einen Obst-Sahnekuchen zum Pott Kaffee.

Zu allem Überfluß hat Helmut Rosieka hier mit seinem Wohnmobil, in bewährter Horb-Berlin-Manier, eine vorbildliche Station eingerichtet. Es geht unbeirrt weiter, in den letzten Stunden überholte ich etliche (Leidens?)-Genossen, ich weiß nicht wieviele, manchmal unbewußt an der Verpflegung. Ein Radfahrer kommt entgegen, ich halte ihn zuerst für Olaf, es ist aber sein Bruder, der jetzt als rollender Streckenposten die Läufer begleitet.

An der 8. Kontrolle hat Olafs Frau eine Verpflegung aufgebaut, mit Hühnersuppe, das ist gut! Jetzt ist auch Olaf persönlich wieder da und unser 2er Team kämpft sich weiter vor zum Check 9 in Ottersberg. Inzwischen, völlig überraschend, kommt das Abendrot und es wird …..schon wieder dunkel! Jetzt wird’s hart, wir gehen manchmal, verlaufen uns kurz, die 18 km zur Kontrolle Nr. 10 bei km 149 auf dem Deich kurz vor Borgfeld erscheinen endlos, Wind kommt auf, weiter vor und hinter uns sehen wir Lichtpunkte im Dunkel tanzen.

Jetzt sind wir plötzlich eine schlagkräftige 4er-Gruppe mit Fahrradbegleiter, die beschließt, sich gegenseitig aufzubauen und das Ziel gemeinsam zu erreichen. Vom Lehester Deich laufen und marschieren wir eine Schleife über Bremer Territorium und dann das letzte Stück auf Carsten Mattejiets wohlbekannter Kreuzdeich-Marathonstrecke entlang der Wümme nach Lilienthal, wo wir, das sind Olaf Häsler, Norbert Ebbert, Bernd Rohrmann und ich, nach 25 Stunden und 29 Minuten glücklich die Ziellinie überqueren und gemeinsam den 9. Platz belegen.

Es ist 23:30 Uhr am Sonnabend, und in dem großen Zelt ist es schön warm und es gibt was zu Essen und zu trinken. Ich köpfe zwei mitgebrachte Becks-Biere und labe mich an Alexandras Curry-Gulasch mit Reis. Ihr Mann Michael bringt mich dann mit einer erneuten Fuhre von Finishern zur Übernachtung in die Jugendherberge Worpswede. Inzwischen ist es so gegen 1 Uhr am Sonntag morgen. Mit der letzten Läuferin um 6 Uhr werden dann schließlich 20 Ultras gefinished haben.

Im Namen aller Teilnehmer gilt mein Dank den Veranstaltern und allen Helfern am Start, auf der Strecke und im Ziel. Man muß sich bewußt sein, daß z. B. allein der letzte Verpflegungsposten geschätzte 14 Stunden aufrecht erhalten werden mußte! Ohne Helfer geht nichts! Ich warte auf jeden Fall nicht als einziger gespannt auf eine Fortsetzung des Hanse 100!

(Dietrich Eberle)

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Doppeldecker Stralsund / Oldenburg (Oldenbg.)

(15.10.2011 / 16.10.2011)

Sehr kurzfristig habe ich mich mal wieder entschieden, diesmal für diese beiden Läufe im Norden Deutschlands. Am Freitag, dem 14.10. fahre ich schon mit fertigem Laufgepäck ins Büro, damit ich gleich nach Ende des Arbeitstages kurz nach 15 Uhr den Zug nach Stralsund nehmen kann. Nach entspannter Fahrt im IC erreiche ich kurz nach 18 Uhr mein Ziel am Tor zur Insel Rügen. Es ist schon dunkel, als ich vom Hotel am Bahnhof durch die historische Altstadt zum Start- und Zielbereich auf der Hafeninsel marschiere, um mich für stolze 40 Euro nachzumelden. Für das Abendessen finde ich noch ein gemütliches italienisches Restaurant direkt am Wasser.

Am Sonnabend morgen muß ich nicht so früh aufstehen, Start um 9:30 Uhr. Auf dem Weg dorthin gönne ich mir 2 Croissants und einen Capuccino beim Bäcker. Vor Start und Ziel liegt die Gorch Fock 1 als Museumsschiff. Es gab den ersten Nachtfrost, aber die Sonne am wolkenlosen Himmel bei Windstille ermutigt mich, im T-Shirt zu starten, und zusammen mit ca. 120 weiteren Marathonis und einer weit größeren Zahl von Halbmarathonläufern geht es durch den Hafen mit seinen alten Backsteingebäuden und schließlich schwingt sich die Läuferkette auf die neue Rügenbrücke, den Namensgeber für diesen Marathon. Schon bald trennt sich die Spreu vom Weizen, ….ich meine natürlich die 21 km Läufer von den Marathon-Inselstürmern und es wird einsam hier im Südwestteil der Insel.

Doch… plötzlich ein Piratennest!! Die wilden Gesellen bedrohen mich mit einem gefüllten Bierkrug und zwingen mich mit der Drohung, zukünftig als Nichtläufer weiterleben zu müssen, den Humpen zu leeren!! Ich gebe schließlich nach und trinke aus, es hätte schlimmer kommen können. Weiter geht’s dann bis nach Drammendorf , wo der Rückweg beginnt. Es geht naturgemäß oft am Wasser entlang, mit der historischen skyline von Stralsund im Blick, dann über den Rügendamm zurück und zum Ziel, Weber-Hahn-Zeit 4:45 h.

Nun gibt es aber kein langes Ausruhen, ich muß schnell zum Duschen, um dann meinen Zug nach Oldenburg (in Oldenbg.) (es gibt auch eines in Schleswig-Holst.) zu bekommen. Gegen 20:30 Uhr bin ich dort, finde mein Hotel und anschließend noch ein griechisches Restaurant. Der Start am Sonntag ist erst um 10 Uhr in der Innenstadt, und wir 42er laufen zusammen mit den 10- und 21 km-Läufern, so daß sich größere Läufermassen durch die Stadt wälzen.

Irgendwann wieder das gleiche Spiel, die Strecken trennen sich und die Einsamkeit des Langstreckenläufers ereilt mich. Eine Halbmarathonrunde ist zweimal zu durchlaufen, die Strecke ist flach, das Wetter ist fast so gut wie am Vortag, und auch meine Endzeit Hahn- Weber von 4:48 ist o.k. Um 16:35 Uhr geht mein Zug nach Bremen, umsteigen und weiter nach Hamburg-Harburg. Gunla holt mich ab und gegen 19 Uhr bin ich nach einem fast normalen Doppeldecker-Wochenende wieder zuhause in Hittfeld.

(Dietrich Eberle)

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Untertage-Marathon in Sondershausen

(04.12.2010)

Schon zum 7. Mal zog es mich in den Brügmann-Schacht, ein Kalisalz-Bergwerk in Thüringen, das jetzt als „Erlebnisbergwerk“ fungiert. Impuls Erfurt ist seit vielen Jahren Veranstalter. Mit der Bahn ging es am Freitag über Göttingen und Nordhausen nach Sondershausen, wo ich nicht das erste mal in der JH Juventas übernachtete. Eigentlich waren nur Läufer da. Abends zur Stärkung ein Besuch bei einem echt thüringischen Griechen am Markt unterhalb des Schlosses.

Am nächsten Morgen beim Frühstück finde ich gleich einen Laufkollegen aus Biersdorf in der Eifel, der mich im Auto mit zum Start nimmt. Ab 7 Uhr gibt es die Startunterlagen, und dann, bevor die Masse kommt, schnell zu den Fahrkörben, die uns zu 14nt gedrängt von +300 auf -400 m bringen. Unten wird es mit zunehmendem Weg vom Aufzug immer wärmer, auf der Strecke sind es dann um 25°. Die weitläufigen und fast festlichen Räumlichkeiten erstaunen sicher die Neulinge. Viel Zeit zum umziehen und relaxen.

Der Start der rund 400 Abenteurer im hallenähnlichen Areal ist um 10 Uhr, und im Sommer-Lauf-outfit und mit Fahrradhelm wird die stark profilierte und kurvenreiche Strecke mit gesamt 1100 Höhenmetern angegangen, ein 8mal zu bewältigender Rundkurs mit Eisenbahntunnel-Charakter komplett aus Kalisalz, perfekt zur HNO-Therapie. Im Schnitt alle 30 m eine Leuchte, so daß viele eine Stirnlampe nutzen, aber ich bin immer ohne gelaufen. Die geballte Läuferschar zieht sich an den ersten steilen Rampen schnell auseinander, bis nach 6 Runden eine statistische Verteilung von einem Marathoni pro 13 m erreicht ist.

Auf der Strecke ist es teils einsam, an Start und Ziel herrscht großes Hallo, viele haben Fans mitgebracht, der Sprecher macht Stimmung und an einer großen Digital-Anzeige erscheinen alle Rundenzeiten. Das Geläuf hat den Charakter einer unebenen aber auch glatten Schotterpiste, und man weiß hinterher, was man getan hat. Ich genieße diese Strecke diesmal so lange wie nie, fühle mich aber auch entsprechend gut, dafür, daß ich seit Ende Oktober wg. Urlaub außer Lilienthal und Brügmann-Schacht keinen Schritt gelaufen bin, nur Bergtouren auf La Palma und Gran Canaria, war vielleicht aber gutes Training für ein Bergwerk.

So bin ich bei meinem 69. Marathon in 2010 und 574 gesamt nach 5:35:49 im Ziel, nehme meinen Rucksack und bekomme einen schnellen Fahrstuhl nach oben, denn die DB wird mir einen langen Heimweg bescheren („….wegen Verzögerungen im Betriebsablauf wird ICE….Minuten später eintreffen….“). Ich bin dann kurz nach 23 Uhr zu hause. Der nächste 7-Gebirgsmarathon in Aegidienberg wartet schon, vielleicht nehme ich diesmal das Auto………

(Dietrich Eberle)

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Loch Ness Marathon

(03.10.2010)

Diesen Lauf hatte ich schon lange auf meiner Wunschliste, nicht nur wegen Nessie, sondern auch für mein 32. Marathonland Großbritannien, wenn auch sicher die Schotten sich gerne als eigenes Land zählen würden. So startete ich dann Freitag morgen mit der Metronom Eisenbahngesellschaft von Harburg nach Bremen, mit der Straßenbahn Nr. 6 zum Flughafen und mit Ryanair nach Edinburgh. Ein Airport-Shuttle-Bus bringt mich zur Weverley Station und weiter geht´s mit einem Dieselzug auf einer aussichtsreichen Fahrt durchs schottische Hochland nach Inverness, dem Zielort des 3. Loch Ness Marathons. Ich habe in einem Hostel direkt am Schloß und mit Blick auf den River Ness 2 Nächte im Mehrbettzimmer gebucht, ebenso preiswert wie der Flug.

Inverness ist der Hauptort des nördlichen schottischen Hochlandes und sehr lebendig, natürlich mit vielen urigen Pubs und alten und interessanten Gebäuden. Ich werde mit Regenwetter und ungemütlichem Wind empfangen. Der River Ness führt jetzt viel Wasser und fließt zum Teil über kleine Stromschnellen vom Loch Ness durch Inverness in den Moray Firth als Verbindung zur Nordsee. Nach Pub-Erkundungen am Freitag abend zeigt sich Inverness am Sonnabend von seiner Sonnenseite, gut zum besichtigen und fotografieren, außerdem will ich die Startunterlagen am Zielbereich abholen.

Es sind am Flußufer große Zelte auf dem Sportgelände aufgebaut, und die Starterlisten zeigen ein Teilnehmerfeld von über 4000 Läufern, das hier morgen an der lebensgroßen? aufgeblasenen Nessie-Attrappe ins Ziel einlaufen soll. Ich wandere dann noch entlang des Flusses, auf mehreren Fußgängerbrücken mit Stahlseil-Konstruktion kann man den River Ness überqueren, der auch ein paar kleine Inseln in rasantem Tempo umfließt.

Der Laufmorgen am Sonntag beginnt früh, ich mache mich im Hostel gleich startklar und packe meinen Klein-Rucksack, er ist vom Dead-Sea-Ultra in Jordanien, der meinem Anspruch würdig ist als Ausrüstungs- und Gepäck-Minimalist. Nach ca. 1,5 km erreiche ich den Abfahrtsbereich der zahlreichen Busse, z.T. Doppeldecker, die die Läufermassen pünktlich um 8 Uhr zum Start fahren werden, irgendwo im, wie sich herausstellen wird, unwirtlichen und einsamen Hochland. Ja, es regnet hier, 450 Höhenmeter über Inverness, auf der langgezogenen Straße mit dem Startbogen und den Zeitmeßmatten. Der Wind ist frisch bei Temperaturen knapp über 10°. Wir sind erst 9:20 Uhr hier nahe Fort Augustus angekommen und für einige, die sich noch umziehen müssen, wird es knapp, denn das Gepäck muß noch einige hundert Meter vom Start an den LKW´s abgegeben werden.

Beim Start um 10 Uhr ist wie immer mein für Nichteingeweihte nur schwer lesbarer Hahn-Zeiten-Zettel dabei. Der Veranstalter peitscht seine Worte durch den Lautsprecher so wie der Regen die Läufer. Es geht die ersten 10 km mit großem Hallo bergab, viele scheinen zu glauben, das geht bis zum Ziel so weiter. Die anfangs niedere Vegetation geht dann in regenverhangenen Wald über, als man das südöstliche Ufer des langgestreckten Loch Ness erreicht. Nach 21 km und 2:16 h hört schließlich der Regen auf und es beginnt aufzuklaren. Der See erlaubt jetzt sehr schöne Ausblicke. Es geht immer auf dem jetzt abtrocknenden Asphalt auf und ab, Verpflegungsstationen gibt es alle 5 km. Nessie hat keiner gesehen, aber das ist ja gerade das besondere an dem sagenumwobenen Seeungeheuer.

Dann passiert das, womit man immer rechnen muß. Auf den letzten 12 km gibt es noch ein paar saftige Steigungen, und einige, die mich bis jetzt mit Bravour überholt hatten, sehen mich zum 2. Mal. Ich laufe konstant durch und die Hahn-Zeit 4:37 scheint möglich zu sein. Die letzten km ziehen sich entlang des River Ness bis in die Stadt, über eine Brücke ans Nordufer und wieder in der Gegenrichtung den letzten km ins sonnige Ziel, Hahn 4:36 h bei +260 und -710 Hm, dann Medaillenverleihung und Finishershirt. Wie die Ergebnisse später zeigen, sind ca. 2500 Läufer ins Ziel gekommen, die Differenz zu den 4000 gemeldeten müssen nicht gestartete und ausgeschiedene unter sich ausgemacht haben.

Geduscht wird im nahegelegenen Sportzentrum. Das gegen Essenmarken angebotene, nach Schottenart karge Mahl macht mich nicht satt und ich gönne mir für 4 Pfund ein mit reichlich Spanferkel belegtes Brötchen und außerdem 1 Pint (über ½ Liter) sehr dunkles Bier (kein Guiness!).

Irgendwann muß ich dann zum Bahnhof von Inverness. Am späten Nachmittag bringt mich der Zug wieder bequem zurück nach Edinburgh, wo ich für diesen Abend keine Unterkunft gebucht habe, sondern gleich weiter zum Flughafen fahre. Mein Abendessen sind 2 Sandwiches im Cafe, dann mache ich mich auf leidlich bequemen Bänken lang , den Rucksack als Kopfkissen, und es gelingt mir, etwas zu ruhen. Bevor um 4 Uhr der Zugang zu den Gates öffnet, verbrauche ich die restlichen Pfunde für ein Croissant und eine Riesentasse Capuccino. Um 6:20 Uhr geht der Flieger nach Bremen, dann guter Bahn- und Busanschluß und Ankunft am späten Vormittag in der Uhlandstraße 41 in Hittfeld. Ein erlebnisreiches Wochenende mit einem schönen und interessanten Marathon!

(Dietrich Eberle)

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Ultra in Nizza an der Cote d´Azur

Mein 500. Marathon

(18.11.2009)

Meinen Bericht beginne ich mit einem kurzen Rückblick auf mein Marathonl-Läufer-Leben. Alles begann mit dem Elbe-Weser-Marathon in Nordholz am 29.09.1974. In der Ergebnisliste findet man auch noch Wolfgang Kahlert und einen gewissen Horst Preisler, der hier auch seinen ersten Marathon bestritt.

Schon 2 Wochen später, wieder mit Wolfgang und diesmal auch mit meinem damals 19-jährigen Bruder Manfred, ging es nach Bräunlingen, wo bereits der 7. Schwarzwald-Marathon stattfand, damals der größte deutsche Marathon mit bis zu ca. 2500 Finishern!

Und so ging es dann immer weiter, vieles habe ich in dieser langen Zeit erlebt, sportlich und persönlich, Erfolge und Tiefpunkte. Was bleibt von 35 Jahren Marathon – und Ultralauf mit Strecken von 42,195 bis 162,628 km, in 31 Ländern und auf 5 Erdteilen, auf Inseln zwischen Helgoland und Oahu, in 2686 Stunden über 23506 km, bei Tag und bei Nacht, bei Wolkenbruch, Sturm und Hagel, bei Schnee, Glatteis, glühender Hitze, eisiger Kälte, durch Wüste und Wald, Morast und tiefen Sand, über hohe Berge und durch tiefe Schluchten, durch Tunnel und Bergwerke, zwischen – 400 m am Toten Meer und 3010 m am Gornergrat? Wieviele Menschen habe ich getroffen zwischen Auckland, Kapstadt und Tromsö, zwischen Hawaii und der Chinesischen Mauer, und beim Transe Gaule auf dem Wege von der Bretagne zum Mittelmeer?

Kurz gesagt, ich wäre nicht derselbe, wenn mir alle diese Erlebnisse und Begegnungen fehlen würden, ich danke meinem Schicksal, daß ich das alles erleben durfte, und ich danke Euch allen, die mich dabei ein Stück begleitet haben. Auch die Einstellung hat sich geändert, vom Läufer, der für persönliche Bestzeiten hart trainiert und gegen die 3 h-Grenze gekämpft hat, zum Natur- und Erlebnisläufer. Nicht zuletzt hat mir das Laufen aber auch ermöglicht, in den 80er Jahren Triathlon zu betreiben und jahrelang Berge der Welt von 2000-6119m zu besteigen. Und plötzlich ist man dann beim 500. Marathon / Ultra an der französischen Mittelmeerküste und fragt, wo die Zeit geblieben ist…

Aber jetzt zum Marathon des Alpes Maritimes Nice-Cannes:
Am Freitag flog ich über Paris nach Nizza und holte gleich die Startunterlagen incl. eines Rucksackes ab. Sonnabend Besichtigungstour mit Bummel durch die Gassen der Altstadt. Am Sonntag startete der Marathon mit fast 10000 Teilnehmern um 8:00 Uhr am Meer, auf der Promenade des Anglais. Die Strecke führt immer an der Küste entlang, mit Blick auf Berge und Meer, auf einer Steinmauer durch das historische, von den Griechen als Antipolis 340 v. Chr. gegründete Antibes, nach Cannes und über den roten Teppich ins Ziel.

Dort bekommt man eine schöne Medaille und ein T-Shirt, Urkunde und Ergebnisse sind wie immer im Internet. Der Rückweg mußte nicht gelaufen werden, man konnte vom Gare SNCF die Bahn nehmen. Mein Rückflug war dann am Montag.

(Dietrich Eberle)

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Palermo-Supermarathon

(14.10.2007)

Vom 04. bis 09. Oktober waren wir mit einigen 100 MC´lern in Chicago beim Hitze-Marathon, siehe Jürgen Kuhlmey´s Bericht. Gleich nach meiner Ankunft in Hamburg ging es mit der Bahn nach Hannover, und am Donnerstag, dem 11.10. morgens nach Palermo zum Supermarathon 50 km.

Die Hotelanlage Citta del Mare liegt an der Nordküste sehr schön in einer weiten Bucht, und bei einer Wassertemperatur von 23° kann man im Mittelmeer die Muskeln lockern. Freitag gab es eine Halbtagestour nach Palermo mit Besichtigung des Doms und des Klosters in Monreale. Am Samstag habe ich einen Teil der Insel Sizilien mit dem Mietwagen erkundet, z. B. den berühmten Mafia-Ort Corleone, der auf meinem Wege durch das innere der Insel nach Agrigento lag. Dort an der Südküste gibt es 2500 Jahre alte griechische Tempel zu besichtigen und natürlich auch zu fotografieren.

Ja, Sonntag war dann der Lauf, die Teilnehmer der Sportreisegruppe teilten sich ungleichmäßig auf die verschiedenen Wettbewerbe auf. Am Supermarathon mit 68 Finishern nahm außer mir nur ein weiterer Ultraläufer aus der Gruppe teil, den wir aufgrund seines Aussehens Jens Lehmann nannten. Ansonsten gab es als Mittelstrecke den Marathon (60 Finisher), als Kurzstrecke den Halbmarathon (733 Finisher) und die Sprintwertung über den 4 km Fun Run. Eigentlich sollte der Start für alle um 9 h sein, aber man ist ja schließlich in Italien…..

Um ca. 9:45 h hat es dann nach langem Palaver geklappt mit dem Start an der Strandpromenade von Palermo. Das Wetter hatte vor dem Lauf durch Regen abgekühlt, so daß wir nur bis 25° hatten, also deutlich kälter als in Chicago. Die Halbmarathonschleife führte durch die halbherzig abgesperrten Straßen von Palermo, die Autofahrer begleiteten uns mit einem Hupkonzert, aber nicht aus Begeisterung, sondern weil sie sich erheblich beim Autofahren behindert fühlten und deshalb zum Teil auch auf sizilianische Art mit den Verkehrspolizisten diskutierten.

Man durchlief dann die Zielzone, die zweite Halbmarathonschleife berührte nur noch die Innenstadt, und nach einem weiteren Durchlauf am Ziel (Zuruf eines Ordners: Passagio? Finito? rief ich: nix Finito, Passagio!!) durften die Ultras noch eine einsame 8 km- Schleife drehen. Das endgültige Ziel (wieder der Zuruf, siehe oben, ich dann aber: Finito, Finito!!) sah ich nach 5:11:38 h mit dem 55. Platz.

Während des Laufes traf ich unseren Vereinskameraden Michele Rizzitelli, der 2002 zusammen mit Angela Gargano 100 Marathons in einem Jahr geschafft hatte (das ist übrigens mein Ziel in diesem Jahr!). Diese beiden und Vito Pietro Ancora waren auch heute dabei, wie auch bei der 13er Weihnachtsserie 2002 / 2003 an den Teichwiesen. Insgesamt lief es für mich ganz gut, die Streckenführung ist nicht schlecht, hat aber zu viele Schleifen und Wendepunkte.

Dann die Siegerehrung mit großem TamTam, das können die Italiener natürlich am besten. Am Montag fuhren wir mit dem Bus in den Osten der Insel, natürlich zum Ätna, man kann bis auf ca. 2000m fahren und unmittelbar an zahlreiche Nebenkrater, die teils erst bei den Ausbrüchen in den letzten 15 Jahren entstanden sind. Jetzt blieb nur noch der Dienstag für den Rückflug und am Mittwoch morgen um 3:30h stand ich dienstlich bei der Hamburger Hochbahn auf der Matte, Trafo-Inbetriebnahme auf einer Haltestelle.

Da ich das oft gefragt werde: Ja, ich habe außer dem Marathon und dem Ultralauf auch eine Frau, eine Familie, ein Haus und eine Arbeitsstelle. Für dieses Jahr habe ich dann nichts mehr weiter vor außer den normalen 100 MC-Aktivitäten, mein Urlaub ist verbraucht, aber im nächsten Jahr gibt es neuen.

(Dietrich Eberle)

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Transe Gaule

In 18 Tagen von Roscoff an der Atlantikküste über 1150 km ans Mittelmeer nach Gruissan Plage

(15.08.2007 – 01.09.2007)

Noch im letzten Jahr konnte ich mir nicht vorstellen, an so einem Lauf teilzunehmen, geschweige denn, ihn erfolgreich zu beenden. Wie bin ich darauf gekommen? 2006 habe ich mit Achim Barthelmann am Fulda-Höhenlauf von Harald Heyde teilgenommen und wir haben abends beim Bier oft über Deutschland- und Trans-Europa-Lauf geredet, an denen Achim organisatorisch maßgeblich beteiligt und verantwortlich für die Streckenführung ist. Das geht einem dann ein paar Monate durch den Kopf und man überlegt, wie das laufen könnte. Dann hörte ich von Günter Meinhold, daß er am Transe Gaule teilnehmen wollte. Das bestärkte mich noch zusätzlich, zumal der Deutschlandlauf von meiner dienstlichen Urlaubsplanung bei der Hamburger Hochbahn her nicht in 2007 möglich war.

Ende März habe ich mich dann bei Jean Benoit Jaouen für die Frankreich-Durchquerung angemeldet, nachdem ich mir das alles im Internet genauer angesehen hatte. Die Meldeliste enthielt auch schon 14 deutsche Läufer, davon viele 100 MC Mitglieder. Meine Vorbereitung war im Grunde schon vorher angelaufen mit relativ vielen Marathons mit hohem Ultra-Anteil, LüHa Fun Run im Februar, dann Rennsteig Langer Kanten, MUM Ultra-Serie in Tschechien, zwei 24h Läufe, Wildbahn-Etappenlauf. Beim Start des Transe Gaule hatte ich dann immerhin 49 Marathons incl. Ultras in 2007 beendet, mein Gewicht um 8 kg reduziert und in den letzten Wochen das tägliche Training eingeführt.

Am Montag, dem 13.08. frühmorgens ging mein LH-Flug nach Paris Charles de Gaulle und weiter mit dem TGV (Train Grande Vitesse) über Rennes nach Morlaix. Sigrid Eichner war gleichzeitig eingetroffen und wir wurden mit dem Auto abgeholt, so daß wir ca. 18 h in der Turnhalle in Roscoff eintrafen. Es waren schon einige Läufer, der Organisator J.B. , Betreuer und Helfer da. Schlafsack und Isomatte auspacken, und abends erste Besichtigung von Roscoff, direkt am Atlantik / Ärmelkanal liegend. Am nächsten Tag hat man noch Gelegenheit, sich mental auf den Lauf einzustellen, nicht zuletzt auch bei der Vorstellung der 40 Starter und der vielen Helfer. Abends gemeinsames Essen im Restaurant Angleterre.

Endlich, am Mittwoch, 15. August um 8 h bei Hochwasser erfolgt der Start am Hafen durch den Bürgermeister. Alle Teilnehmer werden noch einmal kurz vorgestellt. Ich fülle eine kleine Flasche mit Atlantikwasser, die ich über alle Etappen mit mir zum Ziel bringen will. Die ersten 6 km werden ohne Zeitnahme gemeinsam zurückgelegt bis nach St. Pol de Leon, J.B.´s Heimatstadt. Dort erfolgt der Start mit Zeitnahme und bei teils sonnigem Wetter laufen wir die erste Etappe nach Plounevezel über gesamt 68 km.

Danach läuft alles so oder ähnlich ab wie bei allen folgenden Etappen: Zieleinlauf in Plounevezel auf dem Marktplatz gegen 16:30 h durch das rote Transe Gaule Zieltor, es gibt Bier und Cola, dann eventuell ein Finisher-Foto, zu Fuß oder ggf. mit Autotransfer zur Halle, das Reisegepäck (bei mir großer und kleiner Rucksack) nehmen, Schlafplatz in der Halle belegen (wenn man Glück hat, bekommt man noch eine Turnmatte als Unterlage), duschen, gleichzeitig die Laufkleidung durchwaschen und zum Trocknen aufhängen.

Nun setzt man sich an die von den Helfern aufgebauten Tische, nachdem man sich ein Bolino (so ähnlich wie 5-Minuten-Terrine) zubereitet hat. Bei Bedarf kühlen der Achillessehne usw. mit Eisbeuteln. Nächste Station Massage bei Monique, sehr zu empfehlen! Dann bin ich immer noch losgegangen, um mir die Stadt anzusehen und Postkarten zu schreiben. Außer mir konnte sich dazu nur noch Ulrich Zach regelmäßig aufraffen. Nach dem Zieldurchlauf aller Teilnehmer (das hat sich hingezogen!) hat J.B. immer sehr schnell die Tages- und Gesamtwertung auf dem LapTop erstellt und ausgehängt sowie ins Internet gestellt, so daß leider Gott sei Dank alle lieben Laufkollegen in Deutschland sehen konnten, wie gut oder schlecht man die durchschnittlich 63,8 km langen und 820 Höhenmeter enthaltenden Etappen bewältigt hatte.

An jedem 2. Tag ging man dann auf eigene Faust in Gruppen, die sich zusammenfanden, in ein Restaurant zum Essen, vorzugsweise Italiener oder französische Küche. Bei unserem Holländer Bram lief das folgendermaßen ab: Er macht der Bedienung mit mehr oder weniger gutem Französisch klar, daß er 2 Pizzas essen wolle, und zwar erst eine Pizza z.B. mit Salami, und wenn die alle ist, dann soll die nächste, z.B. Quattro Stagioni, serviert werden. Ich habe manchmal auch 2-fach bestellt, z.B. Steak mit Pommes und dann Nudeln. In einigen Lokalen kennt man das schon aus den Vorjahren, aber manchmal dachten die, wir spinnen. An den übrigen Tagen gab es gemeinsames Essen in der Halle oder im Restaurant. Es war empfehlenswert, um 21 h, spätestens um 22 h im Schlafsack zu liegen.

Denn: Am nächsten Morgen um 4:45 h klingelt der Wecker bzw. piept die Uhr, um 5 h geht das Licht an, dann frühstücken, Zähne putzen, Schlafsack einrollen, Sachen packen und abgeben, Briefing um 6:15 h mit Infos zur heutigen Etappe (wo sind die Verpflegungsstellen -alle 10 bis 15 km- , wie ist das Höhenprofil, gefährliche Passagen durch Autoverkehr usw.).

Um 6:30 h ist der Start immer dort, wo am Vortag das Ziel war. So durchläuft die Transe Gaule – Karawane auf den ersten Etappen also die rauhe Bretagne mit den Stationen Pontivy, Guer (75er Etappe), Chateaubriant (sehr schönes Schloß), St. Georges sur Loire. Nach dieser 5. Etappe hat sich das Feld bereits auf 36 reduziert, und es sollten schließlich in Gruissan Plage noch 31 von 40 gestarteten Ultras ankommen. Kleine Auswahl der Ursachen: Totale Erschöpfung, Leistenbruch, Knöchel verstaucht, Entzündung am Schienbeinansatz, dickes Knie.

Die 6. Etappe beginnt mit der Überquerung der Haupt- und Nebenarme der Loire, dann hinauf in die Weinberge. Es gibt jeden Tag mindestens irgendeine Besonderheit. In Angles sur l´Anglin nach der 8. Etappe finden wir die „härteste“ Dusche der Tour vor: Ein Gartenschlauch mit kaltem Wasser. Ja, nur die härtesten kommen durch! Nach der 11. Etappe in Peyrelevade werden wir alle vom Bürgermeister im Gemeindehaus zu einem kleinen Begrüßungstrunk (kam öfter vor) und anschließendem reichhaltigem Essen incl. Rotwein eingeladen. Nach dem Einstieg in das Massif Central ist das hier aber auch die schmutzigste Halle (keine Matten), also eine möglichst großflächige französische Tageszeitung kaufen und unterlegen. Ja, nur die härtesten……

Auf Etappe 13 nach Aurillac überlaufen wir den höchsten Punkt der Tour, den Col de Legal, 1231 m, bei Temperaturen um 30°. Die 16. Etappe enthält dann ein paar km vor dem Ziel die lang ersehnte 1000 km- Marke. Am nächsten Tag nach St. Pons de Thomieres wird den 31 Gaulisten noch einmal alles abverlangt, diese 70 km- Etappe mit der höchsten Höhendifferenz bietet + 1300 –1340 Hm. Das fällt nicht nur mir heute schwer bei mehreren Anstiegen auf ca. 900 m, dann noch ein starkes Schlußgefälle von ca. 10 km Länge.

Die 18. und letzte Etappe wird uns nun am Sonnabend, dem 1. September endlich wieder ans Meer führen, über einen Paß hinab, durch Weinfelder, es wird immer flacher, viele endlose km führen an einem schönen, aber fürchterlich geraden Kanal entlang, und die 72 km scheinen nicht enden zu wollen. Dann sieht man den Ort Gruissan mit der markanten Burgruine vor sich, aber Gruissan Plage befindet sich noch dahinter, es geht eine lange Promenade entlang, bis endlich das rote Zieltor des Transe Gaule auf dem breiten Sandstrand die Finisher würdig begrüßt, zusammen mit den Betreuern, Helfern und schon angekommenen Läufern. Nach dem Zieldurchlauf überreicht J.B. mir das Finisher-T-Shirt mit einem * Stern (1x gefinisht).

Nun kommt noch ein großer Moment. Ich gieße das Wasser aus Roscoff aus der kleinen Flasche feierlich ins Mittelmeer und fülle die Flasche zum Andenken mit Eau Mediterranaire. Heute ist alles etwas anders, zunächst wie immer das Lager in der Halle aufschlagen und duschen, eine Kleinigkeit essen und trinken. Dann aber: Die Siegerehrung! Alle Finisher bekommen das große Transe Gaule- Abzeichen und viel Anerkennung, noch mehr wird fotografiert, danach das Abendessen bei gutem Wetter draußen auf dem Vorplatz, Paella und reichlich Rotwein. Die Stimmung ist gut wie während aller Etappen. Morgen früh dürfen wir alle endlich mal wieder etwas länger schlafen und dann gemütlich in der Boulangerie frühstücken.

Meine Rückkehr nach Deutschland ist erst für Montag vorgesehen und so suche ich mir ein Hotelzimmer, was nicht schwer ist, denn die Franzosen haben zum Ende der Sommerferien geschlossen und fluchtartig den Ort verlassen. Ich besichtige die Burgruine auf dem Felsen inmitten von Gruissan, schreibe noch ein paar Kartengrüße und lasse es mir gut gehen. Abends zum Abschluß noch ein gutes Essen im Straßenrestaurant. Am 3. September morgens verabschiede ich mich mit dem Bus endgültig vom Transe Gaule und fahre nach Montpellier. Der TGV bringt mich schnell nach Paris Charles de Gaulle, um 19:30 h fliege ich nach Hamburg, Gunla holt mich ab und wir gehen in Hittfeld noch ins Restaurant, natürlich zum ….. Italiener.

(Dietrich Eberle)

P.S.
Meine Gesamtzeit war 138 h 47 min 13 sec
Gesamt 12. von 31 Finishern

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